Kann man schreiben lernen?

Jeder telefoniert. Jeder fotografiert. Jeder redet. Jeder schweigt. Jeder schreibt. Zum Schreiben gehört, dass man elementare Grundlagen beherrscht, das Alphabet, die Grammatik und das, was man in der Schule als „Ausdruck“ bezeichnet. Natürlich braucht man Inhalte, dasjenige, das man ausdrücken will oder muss oder möchte. Und eine Form. Und eigentlich braucht man dazu niemanden. Die meisten Menschen, die schreiben (mehr als Briefe, Rechnungen und Gelegenheitsgedichte), sind Autodidakten. Oder automatisch Schüler, denn während sie Werke anderer Autoren lesen, lernen sie unbewusst. Je mehr sie schreiben, je mehr sie sich mit Inhalt, Form und dem angemessenen Verhältnis zwischen beiden auseinander setzen, desto mehr gewinnen ihre Texte. Dazu braucht es nicht unbedingt fachliche Anleitung, aber unter Anleitung kann der Prozess der Bewusstwerdung von dem, was gelingendes Schreiben ausmacht, wesentlich beschleunigt werden. Man muss also literarisches Schreiben nicht lernen, aber man kann. Und man kann unter Kritik und Selbstkritik persönlich reifen, seine Wahrnehmung wecken oder schärfen, den Blick aufs Ganze und aufs Detail werfen, man kann von Geschichten gefangen genommen werden ohne sich darin zu verfangen.

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