Ergonomie für Autoren

Zuzuschauen, wie auf Papier etwas entsteht, ist etwas Wunderbares und mag sich nicht wie Arbeit anfühlen (Abtippen und Redigieren hingegen schon). Wenn Sie nach einigen Monaten oder Jahren des Tippens eine verspannte Schulter-Nacken-Partie, eine Sehnenscheidenentzündung, Kreuzschmerzen oder gar einen Bandscheibenvorfall haben, dann haben Sie vermutlich zu lange zu angespannt in einer nicht förderlichen Haltung zugebracht. Womöglich folgt ein langwieriges Therapieren. Damit Sie lange genussvoll schreiben können, richten Sie sich lieber so früh wie möglich einen ergonomischen Arbeitsplatz ein.

Ergonomischer Computerarbeitsplatz für Autoren

Blick auf einen Autorenarbeitsplatz

Der Bildschirm sollte möglichst matt sein, um störende Reflexe zu vermeiden. Seine Oberkante befindet sich auf Augenhöhe, damit Ihre Wirbelsäule nicht die Last eines nach vorn gebeugten Kopfes tragen muss. Erhöhen Sie dafür den Bildschirm, indem Sie ihn auf eine, je nach Körpergröße, etwa 5 bis 20 Zentimeter hohe Konsole stellen. Besonders ein Laptop muss in aufrechter Haltung zu betrachten sein, braucht also eine Erhöhung, so dass das Kinn zur Wirbelsäule in etwas weniger als im rechten Winkel steht. Dazu benötigen Sie eine separate Tastatur und Mouse, die bei durchschnittlich großen Menschen unterhalb der Tischplatte, zum Beispiel auf einer ausziehbaren Platte, liegen. Günstige Computertische gibt es bei IKEA, auch Selbstbauen ist nicht so schwer und bietet den Vorteil, dass Sie den Tisch genau auf Ihre Maße bringen können.

Bei einem Stuhl sollten Sie besser nicht sparen. Er muss auf Ihre Maße, wie Ihre Rückenlänge, einzustellen sein. Die Rückenlehne sollte einen Modus besitzen, in dem man vor- und zurückwippen kann. So können Sie ab und zu Ihre Position verändern ohne in einen Rundrücken zu verfallen.

Dynamik ist beim Schreiben das A und O. Richten Sie sich zusätzlich einen Steharbeitsplatz ein, an dem Sie entweder handschriftlich oder mit dem Computer arbeiten und dafür Bildschirm und Tastatur wieder ergonomisch anordnen. Schreibpausen verbringen Sie am besten gehend. Oder liegend. Oder mit Yoga- oder Qigong-Übungen. Ob eine ergonomische Tastatur, deren geschwungene Tastenanordnung das Arbeiten mit ungebeugten Handgelenken ermöglicht, Ihnen entspricht, müssen Sie ausprobieren. In jedem Fall ist die Umstellung auf eine solche Tastatur keine kleine Umstellung.

Zuletzt das Allerwichtigste: Lernen Sie Blindschreiben. Zum Beispiel in einem Kurs der Volkshochschule oder mit einem kostenlosen Programm fürs 10-Finger-Schreiben. So können Sie Ihren Kopf immer aufrecht halten und sich auf das konzentrieren, was vor Ihnen passiert.

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